Reisebericht Albanien 2018 - Teil 2

Am nächsten Morgen steht ein persönliches Highlight an: Die Fahrt mit der Fähre über den Koman-Stausee. Das Wohnmobil lasse ich auf dem Camping Natura zurück und fahre als Fußgänger von Koman nach Fierze und zurück (10.- €) mit der Fähre Berisha. Der Koman-Stausee entstand als Teil eines gigantischen Projekts zur Stromerzeugung, der Fluss Drin wurde dafür auf dem Gebiet Albaniens fast vollständig aufgestaut. Früher war die Fähre eine wichtige Verbindung aus dem Raum Shkodra in die nordostalbanischen Alpen, heute sind die verschiedenen Fähren auch ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen. Die Fahrt führt durch menschenleere Täler durch das türkise Wasser. Nur der angeschwemmte Müll beeindrächtigt die Idylle etwas. Die beeindruckende Fährüberfahrt dauert für die einfache Strecke etwa 2,5 Stunden.

Fähre am Anleger Koman
Fähre am Anleger Koman
Personenfähre Dragobi
Personenfähre Dragobi
Fähre Berisha
Fähre Berisha
das alte Fährschiff
das alte Fährschiff
Koman-Stausee
Koman-Stausee
Warten auf Rückfahrt
Warten auf Rückfahrt

Abendessen nach der Bootsfahrerei in Koman und am nächsten Morgen weiter nach Shkodra, wo ich auf dem jetzt geöffneten und sehr gut ausgestatteten Campingplatz "Lake Shkodra Resort" (Sonderpreis: 5.- €) meine letzte Nacht in Albanien verbringe.

Camp Lake Shkodra Resort
Camp Lake Shkodra Resort

Nach 15 Nächten und gefahrenen 1450 km in Albanien verlasse ich über den östlich des Skutari-Sees gelegenen Grenzübergang Han i Hotit-Bozaj (SH1) das Land nach Montenegro. Nachdem der montenegrinische Zoll die Wohnkabine inspiziert hat fahre ich über Podgorica (Mne) weiter auf Nebenstraßen nach Bosnien-Herzegowina.

Erste Übernachtung in Bosnien-Herzegowina ist der Campingplatz in der Stadt Medugorje (7.- €). Internationale Bekanntheit erreichte der Ort durch Ereignisse seit den 1980er Jahren, bei denen Einwohner von Marienerscheinungen berichteten. Die römisch-katholische Kirche erkennt diese Erscheinungen nicht an und untersagt Katholiken die Teilnahme an Veranstaltungen, die von der Echtheit der behaupteten Erscheinungen ausgehen.

auf Nebenstraßen durch BiH
auf Nebenstraßen durch BiH
Počitelj an der Neretva (BiH)
Počitelj an der Neretva (BiH)
Medugorje
Medugorje (BiH)

Am nächsten Morgen steht eine Stadtbesichtigung von Mostar an. Das Wahrzeichen Mostars ist die Stari most (deutsch Alte Brücke) über die Neretva, die von 1556 bis 1566 erbaut wurde. Die Alte Brücke wurde im Bosnienkrieg am 9. November 1993 durch massiven Beschuss von kroatischer Seite zerstört. Die Rekonstruktionsarbeiten begannen 1996 und wurden 2004 abgeschlossen. Die Brücke und die Altstadt wurden 2005 in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen und sind Ziel zahlreicher Touristengruppen.

Mostar
Mostar - Stari Most
Mostar
Mostar

Das Wohnmobil vollgetankt verlasse ich bei Prolog, nicht ohne Zollkontrolle, Bosnien-Herzegowina und reise wieder in Kroatien ein. Nach der Fahrt über Zagvozd, es liegt zwischen dem Biokovo-Gebirge und dem Imotski-Feld abseits der Küste, lockt mich der Campingplatz Sirena bei Omis mit einem Sonderangebot (10.- €). Es sind bereits einige Camper vor Ort und abends gibt es leckere kroatische Speisen im Restaurant am Platz. Nachts beschert mir allerdings die Bora (kalter und böiger Fallwind) eine unruhige Nacht.

Camping Sirena (HR)
Camping Sirena (HR)
Camping Sirena
Camping Sirena
Bora in Kroatien
Bora in Kroatien

Von Split bis Zadar fahre ich die gute Autobahn und folge dann weiter der landschaftlich immer wieder beeindruckenden Küstenstraße bis Rijeka. Übernachtungsstop unterwegs am Camping Raca (100 KN = 13,50 € ohne Strom und Dusche) in der Umgebung der Stadt Senj in Sveti Juraj. Der Wind ist vorbei und es herrschen sommerliche Temperaturen.

auf der kroatischen Küstenstr.
auf der kroatischen Küstenstr.
Camping Raca bei Senj (HR)
Camping Raca bei Senj (HR)
Sonnenuntergang
Sonnenuntergang

Da ich noch Zeit habe und Autobahnkilometer sparen will, entscheide ich mich für die Weiterreise über Nova Gorica und das Soca-Tal in Slowenien. Letzte Übernachtung am Camping Polovnik in Bovec (12,50 € ohne Strom). Über den Predilpass (1156 m) führt mich der Weg durch die slowenische Bergwelt nach Tarvisio (Italien) und von dort weiter über Villach und die Tauernautobahn Richtung Heimat.

Camping Polovnik, Bovec (SLO)
Camping Polovnik, Bovec (SLO)
Bovec
Bovec
Predilpass
am Predilpass

Am Abend komme ich nach einer erlebnisreichen Rundreise und 4850 gefahrenen Kilometern zufrieden zu Hause an. In den gut drei Wochen war ich übrigens in acht Ländern und überquerte 14 Mal eine Grenze. Es war bestimmt nicht meine letzte Reise nach Albanien. In den Sommermonaten sollte aber beachtet werden, dass der Ansturm von in- und ausländischen Besuchern insbesondere in den Küstenregionen groß ist!

Meine Route durch Albanien:



Hinweise für Albanienreisende:

Geld und Kosten:

Währung in Albanien ist der Lek, der Kurs liegt etwa bei 130 Lek = 1.- €. Wechselmöglichkeiten und Geldautomaten in den größeren Städten. Kartenzahlungen sind nur vereinzelt möglich. Mancherorts (insbesondere von Campingplätzen) wird auch der Euro gerne genommen. Albanien ist ein preiswertes Reiseland, hier einige Preisbeispiele (April 2018):

- Pizza im Restaurant: 2,80 bis 4,50 €

- Fleischgericht mit Salat: 6.- bis 8.- €

- einheimisches Bier im Restaurant (0,5 l Birra Korce oder Tirana): 0,80 bis 1,30 €

- einheimisches Dosenbier im Laden (0,5 l): 0,45 bis 0,60 €

- kleines Brot: 0,40 - 0,50 €

- Zigaretten LM: 1,70 €

- Diesel/Benzin: 1,30 € pro Liter

Einreisebestimmungen:

Einreise mit gültigen Reisepass oder Personalausweis möglich und unkompliziert. Achtung, Kraftfahrer benötigen (auch in Bosnien-H. und Montenegro) eine grüne Versicherungskarte!

Verkehr und Straßenzustand:

Die Hauptverkehrsstraßen sind in der Regel gut ausgebaut und ausgeschildert. Transit durch Albanien problemlos möglich. Nebenstraßen dagegen oft noch in einem schlechten Zustand, Reisegeschwindigkeit dort eher gering! Die Beschilderung auf dem Land ist nicht immer ausreichend. Das Verkehrsaufkommen außerhalb der Großstädte ist gering. Abgesehen von spätpubertären Rasern sind die Albaner bedächtige Fahrer, bei Kreisverkehren funktioniert die Vorfahrtsregel nach dem Zufallsprinzip. In den Städten oft chaotischer Verkehr! Fahrer sollten stets aufmerksam unterwegs sein. Verkehrspolizei ist präsent, Touristen werden selten kontrolliert (ich nie). Es gilt auch tagsüber eine Lichtpflicht. Die Versorgung mit Tankstellen ist gut.

Camping:

Freies Campen ist in Albanien gestattet und möglich. Ich habe weitestgehend Campingplätze genutzt und die Betreiber dieser Infrastruktur unterstützt. Ein Großteil der Plätze ist gut ausgestattet und sauber, WiFi fast überall kostenlos verfügbar. Die Preise sind günstig. In der Vorsaison habe ich (1. Person, Camper, Strom) zwischen 5.- und 10.- € pro Nacht bezahlt.

Sicherheit und Kriminalität:

Albanien ist ein sicheres Reiseland, Fälle von Gewaltanwendung sowie Klein- und Straßenkriminalität sind trotz oftmals großer Armut selten. Ich fühlte mich stets sicher und erlebte eine ausgesprochene (Gast-) Freundlichkeit, auch kleinere Betrügereien (Preisaufschlag für Touristen), aufdringliche Verkäufer habe ich nicht erlebt.


Links zu Albanien: